Portrait Maria A. Niederberger August 2007

BERUFSVERBÄNDE

mit Maria A. Niederberger als Mitglied oder aktiv im Vorstand oder in Kommissionen

 

AMC
American Music Center
30 West 26th Street, Suite 1001
New York, NY 10010, USA

IAWM
International Alliance for Women in Music
Department of Music
422 S. 11th St., Room 209
Indiana University of Pennsylvania
Indiana, PA 15705-1070, USA

•Jahreskonzert 2003
•Jahreskonzert 2001
•Ressort Jahreskonzerte

SCI
Society of Composers, Inc.
old chelsea Station
box 450
New York City, NY 10113-0450, USA

SMT
Society for Music Theory
University of Chicago
Department of Music
1010 E. 59th Street
Chicago, Illinois 60637, USA

MTNA
Music Teachers National Association
441 Vine St., Ste.505
Cincinnati, OH 45202, USA


Jahreskonzert IAWM 2003
(Erschienen in: The Washington Post, Dienstag, 3. Juni 2003, Seite C03)

Kammermusik von Komponistinnen

Grace Jean für die Washington Post (übersetzt von Andreas Husi)

Die Internationuuale Allianz für Frauen in der Musik (IAWM, International Alliance of Women in Music) und das Nationale Museum für Frauenkunst (NMWA, National Museum for Women in the Arts) präsentierten am Sonntagnachmittag im Konzertsaal des Museums ihr 13. Jahreskonzert für Kammermusik von Komponistinnen. Begabte Musikerinnen und Musiker führten mehrheitlich moderne Musik auf und verwendeten dazu unkonventionelle Spielmethoden und geisterhafte Technologie.

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Ein Yamaha Disklavier — ein digitaler Flügel mit Aufnahme- und Abspielmöglichkeit — wurde für eine verblüffende Vorstellung mit dem Klarinettisten Scott Locke in Kristine Burns’ «Atanos I.» auf die Bühne geschoben. «Atanos» verlangte nach Zungenflattern, Verziehen der Tonhöhe und ohrenzerreissend hohe Töne von der Klarinette und wummernde Akkorde vom Disklavier. Locke machte seine Sache gut, aber seine hohen Töne stachen heraus. Er trat später nochmals mit der A–Klarinette auf in«Exchanges» (Austausch), einem Trio von Laurie San Martin.

Mit einem etwas anderen Anschlag am Klavier spielte Joanne Polk mit feiner technischer Leichtigkeit die Sonate für Klavier von Judith Lang Zaimont. Polks gläserne Glissandi polierten den Gesamteindruck von Stil und Farbe der Sonate und erinnerten etwas an Ravel.

Die Flötistin Elizabeth McNutt demonstrierte in Anne La Berges «Revamper» (Umarbeiter) und Elizabeth Browns «Trillium» die Beweglichkeit ihres Instruments. «Revamper» fordert die Spieler nicht mit fingerfliegenden Läufen heraus, sondern mit Tonumfang, und verlangt von ihnen, zur gleichen Zeit ein tiefes B zu spielen und mittels Überblasen Obert&oumuul;ne zu erzeugen. Wenn McNutt nicht gerade dabei war, Tonhöhen zu verziehen oder für einen Shakuhachi (Japanische Flöte)–Effekt in «Trillium» Tremolos zu spielen, fing ihr silbriger Ton das Wesen flüchtigen Vogelgesangs ein.
Die Cellistin Amy Leung spielte mit Leidenschaft und einem fabelhaften Ton, und die Pianistin Naoko Takao spielte intensiv. Der Sänger Thomas King und seine Frau Vicki King am Klavier trugen Clara Schumanns «Vier Lieder» in süsser Weise vor. Der Tenor, zurückhaltend in den Stücken über zwei Liebhaber, verwandelte sich in «Das Veilchen» in ein lebhaftes Veilchen und verkörperte in «Lorelei» opernhaftes Drama.

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Jahreskonzert IAWM 2001

International Alliance of Women in Music (Internationale Allianz für Frauenmusik) und National Museum of Women in the Arts (Nationales Museum für Frauenkunst):

Jahreskonzert für Kammermusik von Frauen

«Women on the Cutting Edge»
(Frauen, die Grenzen überschreiten)

Nationales Museum für Frauenkunst, Washington, D.C., 10. Juni 2001
von Susan Cohn Lackman (übersetzt von Andreas Husi)

Das Programm wurde mit einer Rede von Christine Ammer eröffnet, der Autorin von Unsung: A History of Women in American Music (2nd edition, Amadeus Press, 2001) (Ungesungen: Eine Geschichte der Frauen in der Amerikanischen Musik). Sie bemerkte, der Anstoss zur Erstausgabe ihres Buches (1980) sei erfolgt, als sie versucht habe, Informationen über amerikanische Musikerinnen für die Einführung von &uulaquo;Quintessence» zu finden, einem Holzblasinstrumente–Quintett, das ausschliesslich aus Frauen bestand und in den 1970ern an einem NOW–Treffen auftrat. Sie konnte nichts finden (...). Sie stellte auch fest, dass in den Siebzigern mehr als die Hälfte aller Studierenden in ihrem Schulorchester weiblich waren, und doch waren weibliche Spieler in den professionellen Orchestern selten anzutreffen. Sie dachte über Verbesserungen in den letzten Jahren nach, bemerkte aber, dass immer noch mehr getan werden müsse.

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Das Konzert begann mit einem Werk von Nga Ting Ada Lay, geboren 1975 in Hongkong, die heute in Australien an ihrem Doktorat arbeitet. Ihr «Embrace: In Memory of An Old Tree» (Umarmung: Im Gedenken an einen alten Baum), erstes von drei Werken für Holzblasinstrumente–Quintett, erschuf ein akustisches Bild. Die Komponistin verwendete ihre Palette und geschichtete Ostinati für ein Portrait eines starken Baumes, gekrönt von flatternden Blättern, ein Symbol ihrer Liebe, Zuneigung und Verehrung für ihre Familie.

Maria A. Martins Leben fing in Bulgarien an, und «Gathering» (Zusammenkunft), ihr Trio für Flöte, Schlagzeug und Klavier, beschwor ein bulgarisches Fest herauf. Der Geschmack ihrer Heimat war zu hören in Bruchstücken von Melodien und Rhythmen, die an den Geist Bela Bartóks erinnerten. Sogar in der langsamen Eröffnung für Klavier und Vibraphon mussten die Spieler ihre Anteile eng aufeinander abstimmen, und als die Flöte wie im Tanz das Geflecht ergänzte, nahmen die Anforderungen an die Virtuosität nur noch zu. Mit den Fähigkeiten gewandter Spieler klang dieses Stück heiter und ausgelassen.

Alba L. Potes suchte in ihrem «Tres Minuuiaturas para las Mariposas Ausentes» (Drei Miniaturen für die abwesenden Schmetterlinge) das Flattern ausgestorbener Schmetterlinge in ihrem Heimatland Kolumbien zu beschreiben. Im ersten und letzten Satz ihres Stückes fingen der pointillistische und rhythmische Schreibstil die Empfindlichkeit und Geschäftigkeit der Schmetterlinge ein, während der Mittelsatz an einen sehr langsamen und traurigen Tango erinnerte. Die Tupfer von Exotik im Trio waren nie aufdringlich, und doch würzten sie auf entzückende Weise. Potes hat an der Temple University doktoriert, und ihre Werke sind mehrfach in den Vereinigten Staaten, Kanada, Südamerika, Europa und Asien aufgeführt worden.

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Das bei weitem avantgardistischste Stück auf dem Programm war «Profaning the Sacred» (Verweltlichung des Heiligen) von Janice Misurell–Mitchell. Die Komponistin selbst war verantwortlich für die Flöten–, Alt–Flöten und Vokal–Stimmen; die andere Hälfte des Duos, Richard Nunemaker, spielte Klarinette und Bassklarinette. Die Spieler sassen einander gegenüber, zwischen sich Dämme von unglaublich komplexen Notenblättern auf Reihen von Notenständern. Nach einer kurzen und dreisten Eröffnung erschien der Kern des Stückes, ein Vortrag der Gedichte «Howl» (Heulen) von Allen Ginsberg und «Blooz Man» (Blueser) und «Poet Woman» (Dichterin) von Regie Gibson; das erste wurde in seiner Gesamtheit vorgetragen, die Gedichte von Gibson ineinander verschlungen. Die Worte der Gedichte wurden während des Spielens in die Flöte gesprochen, und sie wurden geknurrt, gemauschelt und gebrüllt, nahezu unerkennbar wie unter Wasser geplappert. Ein jazziges, bluesiges Klarinetten–Solo trennte die Werke der beideuun Dichter voneinander, woraus Motive wieder auftauchten, um die Darbietung der Gibson–Gedichte durch die Sängerin zu unterstreichen. Obwohl es sich nicht um eine typische Poesie–Vertonung handelte, wurden die Gedichte wirkungsvoll präsentiert und erhielten eine speziell sorgfältige Aufführung.

Die zweite Hälfte des Konzertes wurde durch «Homage for Hildegard» (Huldigung an Hildegard) von Elizabeth R. Austin eröffnet (Austin ist Preisträgerin des Miriam Gideon-Preises in IAWMs «Suche nach Neuer Musik»). Wir hörten drei von fünf Teilen des Werkes, das auf die Antiphon «Caritas Abundat» der Hildegard von Bingen zurück geht und für Mezzo-Sopran und Bariton, Flöte, Klarinette, Schlagzeug und Klavier gesetzt ist. Die Komposition ist handwerklich sauber gemacht in Form und Technik, doch was sie bemerkenswert macht, ist der Überfluss an Schlaginstrumenten, vor allem der Glocken und Röhrengongs. Sogar den Sängerinnen und Sängern war Verantwortung für das Spielen von Tamburin und Triangel übertragen. Die klingenden Schlaginstrumente wurden zeitweise noch durch einen glockenspielerischen Schlag mit einem weichen aber deftigen Hammer auf die Klaviersaiten erweitert. Austin überträgt die Kunst von tausend Jahren vor uns auf eine moderne Situation, und man ist geneigt zu glauben, dass die Abtissin dem sehr zustimmen würde.

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«Gi», von Injoo Joo, für Klarinette, Saxophon und Klavier, ist ein pointillistisches Stück, in dem das Schichten von Linien dazu führt, dass der Vorwärtsdrang in der Musik zunimmt. Der langsamere Mittelsatz führt für die Blasinstrumente verzogene Töne ein und verlangt genaue Technik. Diese Herausforderung an die suupielerische Gewandtheit setzt sich durch den letzten Satz dieses anspruchsvollen und letztlich energiegeladenen Werks fort.

«Impressionen» hiess der Beitrag von Violeta Dinescu, einem früheren Vorstandsmitglied von IAWM. Die rumänische Komponistin lebt heute in Deutschland. In diesem auditiven Gegenstück zu Gemälden von Monet und Renoir schwebten einzelne Melodiefäden aus dem Gewebe von Holzblasinstrumenten sacht davon. Das war ein Kaleidoskop von Klangfarben, aber die Kanten der Gestaltung waren entschärft und die Farben schmolzen ineinander.

«Tightrope» (Hochseil) von Beth Wiemann war ein leuchtender Kontrast zum vorangehenden Werk. Dieses Stück für Holzblasinstrumente–Quintett basiert auf einer Reihe von Variationen über eine Akkordprogression; die Musik klingt zusammenhängend, aber nicht repetitiv. Der sonnige Optimismus und die Verspieltheit des Stücks erklären, warum es schon wiederholt aufgeführt und ins Repertoire von Kammer–Ensembles integriert wurde.

Die koreanische Komponistin Sabang Cho ist Doktorats–Studentin an der Universität von Boston, und ihr «Quintet for Woodwinds» (Quintett für Holzblasinstrumente) zeigt, wozu diese aufstrebende Komponistin fähig ist. Die vier kompakten Sätze bilden zusammen einen wahren Katalog für das Schreiben für Holzblasinstrumente. Im ersten dreht sich der Kontrapunkt durch Melodien, die einen an Bartóks «Concerto for Orchestra» erinnern. Der zweite ist bewegt, und der dritte ist ein langsam rotierendes Prisma aus Mehrklangeffekten. Die verzogenen Töne und Experimente mit der Klangfarbe setzen sich in die hochorganisierten Motive des Schlusssatzes fort.

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Duuie Dirigentin J. Michèle Edwards probte mit den verschiedenen Ensembles und dirigierte und koordinierte das verzwickte Gewebe der Instrumentalstimmen geschickt. Die Aufführenden und die Dirigentin meisterten die erheblichen Schwierigkeiten neuer Musik, mit denen sie konfrontiert waren, mit ruhiger Überlegenheit und Musikerschaft. Obwohl wir normalerweise an den IAWM–Konzerten ein Programm verschiedener Kräfte erwarten, boten diese neun Wege, Holzblasinstrumente als Soloinstrument und in verschiedenen Kombinationen zu erleben, nicht nur einen Ohrenschmaus, sondern auch Nahrung für den Geist. Unter den Spielenden bisher nicht erwähnt wurden Susan Barber, Randall Bennet, Carolyn Bryan, Alison Deadman, Christoph Dorner, Paul Edgar, Lin Foulk, Eugene Jones, Megumi Masaki, Judy May, Elizabeth McNutt, Beata Moon, Patricia Morehead, Eva Pierrou and Fiona Wilkinson. Die IAWM ist all den begabten Freiwilligen, die so viel Zeit darauf verwendeten, den Erfolg des Konzertes sicher zu stellen, dankbar.

Spezieller Dank gebührt der Levine School of Music für die Übungsräume, Mary Findley für ihre Unterstützung in vielen Details, der Abteilung für Kunst und Gestaltung und der Werkstatt für Graphische Gestaltung an der East Tennessee State University für ihre Programmgestaltung, den Koordinatorinnen der IAWM Konzerte, Maria A. Niederberger und Patricia Morehead, und dem National Museum of Women in the Arts und ihrer Beauftragten für Bildung, Harriet McNamee.

Susan Cohn Lackman, Professorin für Musiktheorie und Komposition am Rollins College (Florida), ist Schatzmeisterin der IAWM. Wohlbekannt für Kritiken und Essays über Kunst in den Populärmedien. Nach Abschlüssen an der Temple University und an der American University doktorierte sie an der Rutgers University.

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SEITENLINIE:
Brief an die IAWM:

Zwei Tage nach dem IAWM-Konzert im National Museum for Women in the Arts fühle ich mich gedrängt, den Idealismus und die Professionalität zu anerkennen und zu bestaunen, die an diesem Nachmittag zum Tragen kamen! Wenn man bedenkt, dass Aufführende und Komponistinnen von so weit weg wie Australien, Asien und Europa die Kosten einer solchen Reise nach Washington, D.C., auf sich nahmen, um ein Teil dieser bemerkenswerten Auslage von Talent und Musikalität zu sein, dann ist das wahrhaftig demütigend und ehrfurchtheischend.
Maria Niederberger und ihrer Mit-Vorsitzenden Patricia Morehead gebühren Dank und Glückwünsche zu ihrer hervorragenden Planung. Die Aufführenden, die meine Musik spielten, waren alle auf höchstem Niveau und enthusiastisch; das begnadete Dirigieren von J. Michèle Edwards machte die ausgiebige Probezeit angenehm und für alle produktiv. Anerkennung in alle Richtungen: eine wunderbare und berührende Erfahrung!
Von Elizabeth R. Austin


Anmerkungen

zu Maria A. Niederbergers Aufgabe und ihren Zielen in der IAWM als Vorsitzende des Ressorts «IAWM–Jahreskonzerte»; der Text konnte noch nicht übersetzt werden, doch die deutsche Fassung ist in Arbeit und wird sobald als möglich hier eingefügt.

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CHAIRWOMAN ANNUAL IAWM CONCERTS

Since 2000, I have chaired the annual IAWM concerts in Washington, D.C. As chair, I conceive the theme of the concert, conduct the yearly search for new music for the upcoming concert, organize uuthe performance of the selected works, manage the budget, and assist with rehearsals and other organizational tasks.

Serving as chair has been an exhilarating experience. I had the privilege of meeting national and international talent, musicians who dazzled IAWM with their expertise and creativity at the Annual IAWM Concert.

Despite of the enormous workload of organizing an annual concert, I accepted the chairwomanship as a way of giving something back to the music community. It is a way of thanking my own supporters that had created and continue to create opportunities for my professional work as composer. With the Annual IAWM Concert, I wish to give talented IAWM members, be they composers or performers, female or male, opportunities to shine and to be heard in this important annual event.

INTERNATIONAL OUTREACH

One of my aims as chair has been the encouragement of international participation. Since the United States are so far–reaching, it is all too easy to leave out the rest of the world. My international outreach succeeded in many ways and much more work lies ahead. It is gratifying that IAWM reaps great benefits from its international work. IAWM members meet talented international musicians, exchange ideas and concerns, hear creative compositions and performances, and gain new perspectives on and insights into different cultures.

My international outreach has resulted in international publicity and reciprocity: The 2002 Annual IAWM Concert was discussed in "CASH", a widely distributed music journal of Hong Kong, China. In another venue, Korean composer Dr. Cecilia Heejeong Kim extended an invitation to IAWM to participate in their weeklong 2003 festival in Seoul, Korea. Korean women composers had learned of IAWM, because two of their members had been featured on separate annual IAWM concerts, namely in 2000 and 2001.

OPTIMIZE PROFESSIONALISM

My second goal was and remains to optimize the professionalism of the annual IAWM concert. With increased international visibility and participation, the organizational task of preparing the annual concert has become so detailed and wide reaching, that several persons are needed to share the responsibility. Therefore, I chose a co–chair Lin Foulk and added several committee members for the coming season in June 2004.

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